So optimierst du dein WLAN

Hallo liebe Nachbarn,
habt ihr auch Probleme mit dem WLAN? Zu wenig Reichweite? Zu langsam? Instabil?
Wir Freifunker haben da ein paar Tipps.

Ziel des Nachfolgenden Textes ist es euch zu erklären was die optimalen Einstellungen für euer WLAN sind, und auch warum sie es sind.

Der richtige Kanal

Der Richtige Kanal ist einer der Wichtigsten Faktoren. Er Beeinflusst sowohl die Qualität von deinem WLAN als auch die der Nachbarn.
Am weitesten verbreitet sind WLAN-Geräte, die nach dem IEEE 802.11b/g/n Standard funken. Diese nutzen das 2,4 GHz Band. In diesem Bereich stehen in Deutschland 13 Kanäle á 5MHz Breite zur Verfügung.

Der 802.11b Standard nutzt eine Breite von 22 MHz und bietet maximal 11 mbit brutto. Dieser Standard sollte heute nicht mehr verwendet werden, da er keine moderne Verschlüsselung unterstützt und daher unsicher ist. Wir empfehlen, einen eventuellen Kompatiblitätsmodus abzuschalten und Geräte, die nur 802.11b unterstützen, gegen neuere auszutauschen.

Neuere 802.11g/n Geräte bieten eine höhere Übertragungsrate und nutzen nur 20 MHz Breite.
Geräte, die komplett oder auch nur teilweise dieselben Kanäle nutzen, stören sich gegenseitig. Teilweise überlappende Kanäle stören dabei mehr als identische Kanäle. Die optimale Kanalaufteilung in Deutschland ist 1-5-9-13. Bitte stelle Deinen Router auf einen dieser 4 Kanäle, um Überlappungen zu vermeiden und Störungen zu minimieren. Freifunk Pinneberg sendet immer auf Kanal 9.
Einige Router haben auch eine automatische Kanalwahl, diese führt aber leider nur selten zu einem optimalen Ergebnis. Achte unbedingt darauf, das Ländereinstellungen auf Deutschland oder Europa stehen und nicht auf US. In den USA gibt es nur 11 Kanäle, in Europa hingegen 13.

Zusammengefast:
Kanäle 1-5-9-13 Nutzen, Breite auf 20 Mhz stellen, 802.11b abschalten

Störquellen

WLAN kann von vielem gestört werden. Das 2,4 GHz Band ist für den Allgemeingebrauch freigeben, entsprechend tummeln sich hier viele Geräte. Bluetooth sendet auf 2,4 GHz ebenso manche DECT Telefone. Nahezu alles was Daten überträgt nutzt das 2,4GHz Band.

Neben Geräten, die bewusst funken, gibt es aber auch noch Geräte, die stören, obwohl sie selbst nicht funken. Das wären zum Beispiel schlecht geschirmte Mikrowellenherde, Travos von Deckenlampen oder sogar Plasmafernseher. Manchmal Hilft es schon, den eigenen Router nicht direkt neben ein solches Gerät zu stellen.

Antennen

In Deutschland darf auf 2,4 GHz mit maximal 100 mW gesendet werden. Die Leistung kann man auch als 20dBm kennzeichnen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es nicht um den Energieaufwand des Routers, sondern um die von der Antenne maximal abgestrahlte Leistung geht. Wer also seine Antenne gegen eine mit mehr Leistung tauscht, muss dafür die Leistung am Router reduzieren um das Limit nicht zu überschreiten. Und Antennen sind auch keine physikalischen Wunder, die Energie erzeugen. Eine höhere Sendeleistung in eine Richtung, kauft man sich immer mit einer geringeren Sendeleistung in eine andere Richtung ein. So lange man sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, kann man mit besseren Antennen nicht weiter senden. Allerdings kann man weiter hören! Wenn nun also beide Seiten stark gerichtete Antennen nutzen, sind im Freien Reichweiten von mehreren Kilometern möglich.

Zusammengefast:
Entweder ausführlich in die Thematik einlesen, oder die original Antennen belassen.

Router Position

Die Position des Routers und der Antennen hat entscheidenden Einfluss auf die Verbindungsqualität. Stahlbeton schirmt die Signale nahezu vollständig ab. Metall reflektiert wie ein Spiegel. Man sollte es vermeiden, den Router in der letzten Ecke zu verstecken. Dort wo er gut zu sehen ist, ist meistens auch der Empfang am besten.

5 GHz WLAN

802.11a/n/h/ac nutzt das 5 GHz Band. Dieses ermöglicht höhere Datenraten und ist zudem vergleichen mit dem 2,4 GHz Band noch sehr leer. Allerdings werden 5 GHz Signale deutlich stärker durch Wände oder Luft gedmäpft, weshlab die Reichweite oft deutlich geringer ausfällt. Die geringere Reichweite kann aber auch von Vorteil sein, da so die Signale des Nachbarn weniger stören.
Da das WLAN im 5 GHz nur ein sogenannter Sekundärnutzer ist, muss es dafür sorgen das die Primärnutzer, hauptsächlich (Wetter)Radar, nicht gestört werden. Entsprechend komplex fallen hier die Regeln aus, weshalb wir hier nur eine grobe Zusammenfassung schreiben.

Die Kanäle 36 bis einschließlich 64 dürfen nur innerhalb vollständig geschlossener Räume verwendet werden. Die maximale Sendeleistung beträgt hierbei 200mW (23dBm). Die Kanäle 100 bis 140 dürfen auch outdoor betrieben werden und das sogar mit einer Sendeleistung von bis zu 1000mW (30dBm). Allerdings müssen hier Radarerkunngstechniken (DFS) und eine automatische Anpassung der Sendelesitung (TPC) benutzt werden. Dies macht 5 GHz Geräte einerseits deutlich teurer, andererseits kann das DFS dafür sorgen, dass keine keine Daten gesendet werden. Und da dem DFS kein Radar entgehen darf, ist es von den Herstellern auch eher überempfindlich eingestellt und sperrt mitunter auch Kanäle auf dem es gar kein Radar gibt. Wer moderne Geräte nutzt, kann mit 5 GHz WLAN gute Ergebnisse erzielen. Wir empfehlen auch hier die Fokusierung auf 20 MHz Breite, um Störungen zu minimieren. Überlappungsfreie Kanäle sind dann 36, 40, 44, 48, 52, 56, 60 und 64 (nur Indoor) und 100, 104, 108, 112, 116, 120 ,124, 128, 132, 136, 140 (auch Outdoor).

PowerLAN

Beim PowerLAN (Manchmal auch als Powerline, PLC oder dLAN bezeichnet) werden die Daten über die im Haus befindlichen Stromleitungen übertragen. Diese Leitungen sind in der Regel ungeschirmt und verhalten sich somit wie eine große Antenne. Daher kann es zu deutlichen Störungen anderer Funkanlagen kommen.
Das betrifft vorallem die Frequenzen zwischen 1 und 100 MHz, in welchen sich unter anderem Radio und der analoge BOS Funk (Polizei/Feuerwehr) aufhalten. Im Extremfall kann es dazu führen das die Bundesnetzagantur an der Haustür klingelt, um dafür zu sorgen das diese Geräte nicht weiter betrieben werden. Entgegen der üblichen Herstellerangaben machen die Signale auch nicht zwangsläufig am Stromzähler halt. Es kann daher passieren, dass gleichartige Geräte der Nachbarn gestört werden. Außerdem können ähnlich wie beim WLAN die Daten mitgeschnitten werden. Um seine persönlichen Daten zu schützen, hilft eine Verschlüsselung, die leider nur wenige Geräte ausreichend implementiert haben. Wir empfehlen den Einsatz dieser Technik zu vermeiden.

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